Die Stadt Krk - Geschichte

Das Leben in der Stadt Krk ist ununterbrochen los seit mehr als 2000 Jahre, seit der  späteren Bronzezeit bis heute. In der Bronzezeitdämmerung, als auf dem historischen Horizont die Konturen der Eisenzeit erscheinen, ist das heutige Stadtgebiet von dem Illyrischen Stamm der Liburner besiedelt, von deren Anwesenheit Cippi, Grabsteine mit lateinischer Inschrift zeugen, was auf die Romanisierung der Liburner in den ersten Jahrhunderten nach Christus verweist. Die Liburner waren eben diejenigen, die die befestigte Stadt gegründet haben. Die archäologischen Forschungen bekräftigen, dass sich unter der ältesten sichtbaren Festungsschicht die Illyrische Sicht aus nicht gemeißeltem Stein bestehenden Trockenbau befindet. Daraus ergeht die Folgerung, dass sich die heutigen Festungsmauern auf demselben Platz befinden, wo die uralten gebaut wurden, und dass sich auch die Stadt auf demselben Platz befindet, wo einst die Siedlung der Liburner stand. Es kann nicht gewiss behauptet werden, wie die Stadt der Liburner hieß, da ihr Name von dem griechischen Geograph Strabon an dem Übergang von dem ersten Jahrhundert v. Christus in die neue Ära als Beweis ihrer Existenz zum ersten Mal erwähnt wurde. Strabon nennt die Stadt Kuriktike, d.h., Kiriatika, was die Wurzeln in dem Illyrischen Namen Kar-ikt, der die steinerne Insel bedeutet, hat. Plinius, der römische Schriftsteller aus dem 1. Jh. nennt die Stadt Curictae/Kurikta und der griechische Geograph Ptolemäus nennt die Stadt im 2. Jh. Kurikon. Die erwähnten Schriftsteller der Antike sind von einer Steinplatte aus dem 4. Jh. bekräftigt, deren Inschrift von der Stadt Krk als „Splendidissima Civitas Curictarum“, d.h., „die prächtige Stadt Kurikta“ spricht.   

Die Zeit der Römerherrschaft begann in der Stadt Krk im 2. Jh. v. Christus. Aus dieser Zeit stammen die heute noch sichtbaren materiellen Beweise wie z.B. Teile der Stadtmauern, Reste der Thermen, Mosaiken, vor kurzem entdeckten Reste der Venus-Tempel und zahlreiche steinerne von den römischen Nekropolen stammende Kunststoffe. Ein Beispiel dieser Kunststoffe ist die römische Stele (Grabstein) aus dem 1. Jh., die 1407 der Fürst Nikola IV Frankopan in die Mauer des hexagonalen Turms an der Küste einbauen und in ihrem Zentralfeld das alte Wappen der Fürsten von Krk meißeln ließ. Das andere Beispiel dieses Kunstoffs ist derjenige, der später in die neueren Gebäude, wie z.B. Kapitell der Kirchen und Lünetten an den Privathäusern eingebaut wurde. Die Stadt hat den Status des Munizipiums, wo die hochpositionierte römischen Beamten, Magistrate (Beamten der Stadtverwaltung) und Decurions (Stadtsenatoren) wohnten, wovon der Grabstein des Decurions Pitius Marullus, der heute auf dem Marktplatz Vela placa (antik: Platea Magna oder Veliki trg – der große Marktplatz) zu sehen ist, zeugt. Genau zur Römerzeit entwickelt sich der urbane Stadtkomplex, der sich auf den Plan der Liburner stützt und ihn in Übereinstimmung eigener Tradition modifiziert. Die Stadt wird mit zwei Hauptstraßen in vier Teilen geteilt: Cardo führt von dem nördlichen Gornja vrata (dem Obertor) zum südlichen Mala vrata (dem kleinen Tor) und teilt die Stadt in die West- und Osthälfte. Decumanus verbindet die westliche Stadttor (Porta Magna) und Vela placa mit dem östlichen Tor Pizanska vrata und teilt damit die Stadt in die Nord- und Südhälfte. Diese zwei Stadtachsen kreuzen auf Platea Antiqui (Stari trg - dem Alten Marktplatz) oder „pjaceta“ (das Marktplätzchen), der offensichtlich vor der Römerzeit da war. Das heutige Straßennetz blieb seit der Römerzeit unverändert. Es handelt sich um eine Struktur, die sich innerhalb der Stadtmauern befindet. Die Stadtmauern werden mit der Zeit befestigt und umgebaut, wie es auch zwischen dem 50. und 30. Jahr v. Christus getan wurde, wovon die Steinplatte, die sich heute in dem Kastell befindet, zeugt. Schon zur Zeit der römischen Regierung, in dem 3. und 4. Jh., kommt das Christentum in die Stadt Krk. Die erste christliche Kirche wird gebaut und schon im 6. Jh. (579) wird Krk zum Sitz des Bistums. Der erste bekannte Bischof war Andrija (Andreas) im Jahre 680. Mit der Zeit nimmt die Stadt den Hl. Kvirin (Quirinus), den Märtyrer aus der frühchristlichen Zeit, zum Patron und der Tag des Hl. Kvirin wird am 4. Juni gefeiert. Auf den Ruinen der aus dem 1. Jh. stammenden römischen Thermen wird die Kathedrale gebaut, die Bischofskirche, die später angebaut und der Maria Himmelfahrt gewidmet wurde. Die Römer sollten schon damals die Stadt Vecla, d.h., die Alte Stadt, genannt haben. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches (476) kommt die Stadt unter byzantinische Herrschaft als ein Teil der byzantinischen Provinz Dalmatien und ihr Name wird Vekla (griechisch: B????). Daraus stammt auch der spätere venezianische Name der Stadt und der Insel, Veglia. Ende 6. und Anfang 7. Jh. kommen die Slawen – die Kroaten zur Insel. Die romanische Bevölkerung findet Zuflucht innerhalb der Stadtmauern und die neuangekommenen Kroaten bilden Kastells auf der Insel und geben ihr mit der Zeit den Namen Krk (von Kurikum). Denselben Namen gaben sie auch dem romanischen Stadtkern und in der Umgangssprache nannten sie ihn Veja (von Vecla, später Veglia). So war Krk eine romanische Stadt bis zum späten Mittelalter. Es ist die Zeit der ständigen und turbulenten sozialen und politischen Wandlungen, die auch die Stadt Krk beeinflussten, aber auch die Zeit, als sich die Glagolitische Schrift auf der Insel durchsetzte. Die Einwohner von Veja versuchen, Latein sowohl in der öffentlichen und privaten Korrespondenz, als auch bei den Liturgien zu bewahren, während der Rest der Insel kroatisiert  wird. Trotzdem schleicht sich die Glagolitische Schrift innerhalb der Stadtmauern von Krk ein, wovon die aus dem 11. Jh. stammende Inschrift von Krk (Krčki natpis) zeugt.

Nach der kurzen und unterbrochenen Zugehörigkeit dem kroatischen Staat und seinen Volksherren kommen die Stadt und die Insel Krk 1000 zum ersten Mal unter venezianischer Herrschaft. Obwohl die kroatischen Könige Petar Krešimir IV. und Dmitar Zvonimir in der zweiten Hälfte des 11. Jh. die Insel wieder unter ihrer Herrschaft brachten, die Arpaden (Herrscherfamilie Ungarns) konnten sie Anfang des 12. Jh. (1115) Krk von dem Angriff des „prächtigen“ Republik des Hl. Marcus und ihres geflügelten Löwen nicht unter ihrer Herrschaft behalten. Die Venezianer überlassen die Herrschaft der Insel dem einheimischen Magnaten, die später Fürsten von Krk (Krčki knezovi) geworden sind. Der Gründer dieser Familie war der Fürst Dujam (zum ersten Mal wurde er 1118 erwähnt), der als venezianischer Vasall die Insel und die Stadt Krk regiert. Seinen Söhnen Vid und Bartol gab Venedig die Insel zur lebenslangen Regierung. So begann der Aufstieg dieser Adlerfamilie aus Krk, die die Feindseligkeit zwischen Venedig und kroatisch-ungarischen Herrscher sehr geschickt verwendet und die Rolle der doppelten Vasallen spielt, in dem sie ihre „Ergebenheit“ mit neuen Landbesitzen belohnen lässt. Die Fürsten von Krk gaben ihren Beitrag der Architektur von der Stadt Krk, in dem sie 1191 den Gerichtssaal, im 14. Jh. das sich auf dem Platz Kamplin befindende Kastell und 1407 Wehrtürme bauen ließen. Sie wurden auch als große Geber der Kathedrale von Krk bekannt, die sie durch den Bau der Seitenkapellen (die Kapelle der Hl. Barbara und die Kapelle des Hl. Kreuzes) renovieren ließen und der sie den kirchlichen Inventar (das silberne Altarretabel aus 1477) schenkten. Dank ihrer Anstellung wurden die Kirchen der Hl. Margareta und des Hl. Kvirin gebaut, die in dem 7. Jh. zusammen mit der Kathedrale zu einem sakralen Komplex wurden.

Krk war die letzte kroatische Insel, die 1480 zum Besitz der Venezianer wurde. Venedig betrog den damaligen Fürsten von Krk, Ivan VII. Frankopan, (die Familie begann den Namen Frankopan seit 1430 zu tragen), und führte ihn zur Gefangenschaft nach Venedig weg. Seit dieser Zeit verwaltete der venezianische Regent, d.h., der Verwalter, der ein der venezianischen Aristokraten war. Jedoch, ein Teil der Regierungsberechtigungen hatten der Große und der Kleine Rat (Veliko i Malo vijeće) mit gewisser Autonomie zu den Regenten. Dank der großen osmanischen Eroberungen kamen Anfang des 16. Jh. viele Flüchtlinge auf die Insel und in die Stadt Krk.

Nach dem Untergang der Republik Venedig 1797 waren die Stadt und die Insel sieben Jahre ein Teil der napoleonischen Illyrischen Provinzen. Die Franzosen lösten den Kloster der Klarissen in der Stadt auf und öffneten das Gymnasium und die Grundschule für Mädchen, die von den Benediktinerinnen geführt wurde. Nach dem Untergang der Illyrischen Provinzen kam auf der Insel die Habsburger Monarchie zur Herrschaft, um die Insel 1822 der Halbinsel Istrien als ihrer Verwaltungsprovinz zu annektieren. Unmittelbar nach dem Untergang der Österreich-Ungarischen Monarchie wurde die Stadt von 1918-1921 von den Italienern besetzt. Diese Zeit der italienischen Okkupation charakterisierte der von den Sturmtruppen (Arditi) begangene Kulturmord, wobei die Bischofsdruckerei „Kurykta“ vernichtet und der Bischof Antun Mahnić vertrieben wurde. Ein relativ ruhiges Leben herrscht in der Stadt unter der Regierung der Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (seit Oktober 1929 – Königreich Jugoslawien). Die Zeit zwischen zwei Weltkriegen bringt geringe Fremdenverkehrsfortschritte im Vergleich zu der Vorkriegszeit und Spuren der weiteren Entwicklung, die von dem Zweiten Weltkrieg und der neuen italienischen (1941-1943) und danach deutschen (1943-1945) Okkupation verhindert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Krk Teil der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien (seit 1963 Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien). In dieser Zeit wendet sich die Stadt Krk sehr intensiv der Fremdenverkehrsentwicklung. Diese Entwicklung wurde mit dem Bau des Flughafens von Rijeka bei Omišalj (Insel Krk) und der Straßenverbindung zwischen der Insel und dem Festland (1980 wurde die Brücke gebaut) unterstützt. Damals wurde die erste Inselmagistrale gebaut, mit der die Insel Krk mit der Adriaküstenstraße und dem Landesinneren verbunden ist. Die Stadt Krk ist heute das wirtschaftliche und religiöse Zentrum der Insel Krk.

Adlerfamilie Frankopan – Familie der Fürsten von Krk

Auf der historischen Bühne erschienen die Fürsten von Krk in dem 12. Jh., als die Insel Krk unter venezianischer Regierung war. Ihr Vorläufer, d.h., Gründe war Dujam I. (um etwa 1118 – 1163), von dessen Herkunft dank der Mangel an relevanten Quellen in der Geschichtsschreibung Verschiedenes geschrieben wurde. Die höchstwahrscheinliche und die akzeptabelste These ist, dass die Familie der Fürsten von Krk aus dem Kastell Gradec in der unmittelbaren Nähe von Vrbnik stammte, das als erster Besitz der Fürsten von Krk beschrieben ist, d.h., der Ausgangspunkt, in dem der historische Prozess ihrer Entwicklung beginnt, im Laufe dessen die Fürstenfamilie Frankopan, neben den Fürsten Šubić-Zrinski, politisch und militärisch betrachtet, zu der bedeutendsten kroatischen Adlerfamilie wurden. Es ist zu vermuten, dass sich Dujam mehrmals hervortat und dem Dogen Dominik Michielli von großem Nutzen war, als die Venezianer 1115 die Insel Krk eroberten. Bei der Regierungsübernahme schließt er mit dem Dogen einen Vertrag, der auch für seine Nachfolger galt. Der Vertrag über die Übernahme des Krk Fürstenstades bestimmte Rechte und Pflichten des Fürsten gegen den Dogen und der Einwohner von Krk gegen den Fürsten. So wie damals die Herrschaft und das Vasallentum organisiert wurde, ist es nicht wahrscheinlich, dass die Einwohner von Krk Dujam für den Fürsten selbst gewählt haben, sondern es müsste umgekehrt geschehen haben: Dujam war wahrscheinlich von der venezianischen Regierung und dem Dogen als der Verwalter und der Fürst der Stadt und der Insel im Namen der Republik des Hl. Markus delegiert. Seine Nachfolger waren 1163 die Söhne Vid I. und Bartol I., denen Venedig die lebenslängliche Verwaltung der Insel Krk überließ. Die Regierung von Vid I. und Bartol I. dauerte etwa dreißig Jahre. Die anschauliche Darstellung ihrer Verwaltung und ihres Wunsches, ein ordentliches Fürstentum zu führen, war der Bau des Stadtgerichtssaals auf dem Platz Kamplin, den die Brüder zusammen mit der Gemeinde von Krk 1191 bauen ließen, wovon die Inschrift auf der Lünette über dem Eingangstor zeugt. Zur Zeit ihrer Regierung wurde die Kathedrale angebaut und die Kirche des Hl. Kvirin gebaut, was nicht nur auf die Bischofskapelle, sondern auch Pfalzgrafkapelle der Lokalfürsten anspielt, aus der die nächsten Generationen die Messe in der Kathedrale nachfolgen können. Sicherlich sind der Name der Fürsten von Krk und die Stadt Krk am besten mit dem Komplex des Stadtfortifizierens verbunden, in dem aus der ersten Hälfte des 14. Jh. stammendes Kastell auf dem Marktplatz Kamplin dominiert. Die selbstständige Entwicklung der Fürstenfamilie von Krk wird besonders in der Verbreitung ihrer Herrschaft auf das benachbarte Festland bemerkt. Nämlich, als die Dynastie der Arpaden in der Ungarisch-Kroatischem Königreich regierte, bekamen die Fürsten von Krk von dem König Bela I. die Gespanschaft Modruš und von seinem Sohn, dem König Andrija I., Vinodol. In der Zeit der Kreuzzüge, an denen auch die Arpaden teilnahmen, schenkt 1221 der König Andrija II. zum Zeichen seiner Dankbarkeit für die geleistete Kriegshilfe den Fürsten von Krk die Inseln Brač, Hvar, Korčula und Lastovo. Es ist doch höchst wahrscheinlich, dass die Fürsten von Krk sie nie besetzt haben. Dennoch sind die Kreuzzüge der historische Zeitraum und die historische Gelegenheit, als die Adelsfamilien entweder während diesem Zeitraum oder nach ihm eigene Wappen als Anerkennung ihres edleren Stammes, Einflusses oder ihrer Macht bekamen. Wahrscheinlich war es auch der Fall mit den Fürsten von Krk, deren Wappen ein in zwei Felder geteilter Schild ist. Das obere Feld ist rot mit einem goldenen hexagonalen Stern und das untere Feld ist golden (weiß). Dank der engen Beziehungen mit den Arpaden nahm Venedig 1248 die Insel Krk zeitweilig den Fürsten weg, aber bald gab sie sie ihnen zurück (1260). Seit dann herrschen über die Insel zwei Abstammungen der Fürsten von Krk zusammen: die Abstammung von Škinela (die 1386 nach dem Tod des Fürsten Nikola II., ihrer letzten Sprössling, der 30 Jahre vorher die Insel verließ, ausgestorben ist) und die Abstammung von Vid, die über die Insel bis 1480 regiert. In dem 13. und 14. Jh. verbreitet sich die Herrschaft der Fürsten von Krk auf Senj (1271), die Pfarre Gacka mit der Stadt Otočac (1300) und die Pfarre Drežnik mit der Stadt Slunj (1323). Es ist die Zeit, als die Herrscher des Ungarisch-Kroatischen Staates schon Anjou waren, die die Insel Krk nach dem Frieden von Zadar (König Ludwig von Anjou) 1358 ihrem Staat annektieren werden. Damit wurden die Fürsten von Krk die prominenteste Adelsfamilie in dem mittelalterlichen Kroatien und erleben ihren zu den kroatisch-ungarischen Herrschern orientierten Entwicklungshöhepunkt. Deshalb halten sie sich mehr auf dem Festland als auf der Insel auf, wo im ihren Namen Unterfürsten in den Kastellen regieren. Die Fürsten von Krk kommen nach der Insel nur nach Bedarf oder wenden sich an die Bevölkerung indirekt durch ihre Vertreter. Ein Beispiel dafür ist die Gelegenheit, als  am 15. Juni 1388 die Brüder Stjepan (Štefan) I. und Ivan (Anž) V. zur Zeit der Regierung des Königs Sigismund von Anjou den Statut von Vrbnik (Vrbnički/Vrbanski statut), ein Kodex des Gewohnheitsrechts, der für die ganze Insel galt, in der kroatischen Sprache und glagolitischer Schrift verfassen ließen. Der Fürst Ivan (Anž) V. wurde 1392 Ban von Kroatien als erster Mitglied seiner Familie auf dieser Position. Er wurde von seinem Sohn Nikola (Mikula) IV., dem Fürsten von Krk und Ban von Kroatien, Slawonien und Dalmatien, nachgefolgt, der im Herbst 1430 mit drei Schiffe nach Ancona segelte und von dort nach Rom gelang, wo der Papst Martin V. den Namen Frankopan und das neue Wappe, (zwei Löwen, die das Brot brechen),  beglaubigte. Seit dann tragen die Fürsten von Krk den Namen Frankopan oder Frankapan (in einem Dokument nennt sich der Fürst Nikola IV. mit dem neuen Familiennamen „Fürst Mikuila de Frankopan“ zum ersten Mal) und übernehmen den Familiennamen der Frangipani/Frangepani aus Rom. Es war ganz üblich für damaliges europäisches humanistisches Weltbild und Begeisterung mit der Alten Literatur, Kunst und Auffassung der Tugenden und Heldenmut, dass die europäischen Fürsten ihre Abstammung mit berühmten Stämme aus der Geschichte verbinden wollten, besonders mit denen der bekannten alten Familien und Abstammungen. Davon zeugt auch der alte römische Grabstein (Stele), den bei der Renovierung und Anbau der Stadtmauern der Fürst Nikola IV. auf seinem hexagonalen Turm einbauen ließ. Bei dieser Gelegenheit ließ der Fürst in die eingebaute Stele auch das Wappen seiner Familie und die lateinische Inschrift zum Andenken meißeln. Diese lateinische Inschrift informiert uns über die Einbauzeit und seinen Autoren und lautet: „Im Jahr des Herrn 1407, an dem fünfzehnten Tag im September, in der Zeit des Herren, Fürsten Nikola“. Heute ist es nicht bekannt, welche christlichen Heiligen die Einwohner von Krk und der Fürst Nikola in den Gestalten der verstorbenen Römer erkannten. Der Fürst Nikola IV. hatte neun Söhne. Nach der Abmachung unter Brüdern wurde aber auf der Insel Krk der Fürst Ivan VII. (der Jüngere) der einzige Herr. Er führte die Politik seiner Vorläufer fort, die für die Kirche Sorge trugen und ließ um etwa 1450 in der Kathedrale von Krk die Kapelle der Hl. Barbara bauen, die ein Rippengewölbe mit Wappen seiner Familie, die das Frankopan Wappen vereinigt, hatte. Der Fürst hat auch das silberne Altarretabel bestellt, die 1477 in dem Werkstatt des Meisters Koler in Mailand ausgearbeitet wurde. Der Fürst Ivan VII. ist der letzte Frankopan auf der Insel, weil er die Insel 1480 für immer verliert und die Republik Venedig übernimmt die Herrschaft und regiert über die Insel und die Stadt Krk bis zum eigenen Untergang 1797.

Seit dem ersten Fürsten Dujam I. von Anfang des 12. Jh. bis zum letzten Frankopan Fran Krsto, der am 30. April 1671 nach der erfolglosen Verschwörung gegen dem Kaiser Leopold I. von Habsburg) in Wiener Neustadt zusammen mit dem kroatischen Ban Petar Zrinski hingerichtet wurde, waren die Angehörigen dieser prominenten kroatischen Adlerfamilie mehr als 500 Jahre unter anderem auch Habsburger Generale, ungarische Erzbischofe, dänische königliche Gouverneure in Schweden, Befehlshaber desösterreichischen Istriens, Befehlshaber der Militärgrenze Vojna krajina, Schriftsteller, Diplomaten, Krieger, Baumeister, Verwalter, Vorstände und Herren der Besitze, Kastelle und Städte in Kroatien, Bosnien, Ungarn, Italien, Österreich, Slowenien, Schlesien, Mähren und in anderen Gebieten. Hervorragend in den Militärkampagnen gegen die Türken und geschickte Diplomaten, die ihre Rechte gut vertraten und ihre Besitze entweder durch Bescherung oder ehelichen Beziehungen erweiterten, erhoben sich die Fürsten von Krk als die prominentesten kroatischen Adeligen, die stark die kroatische Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit kennzeichnet haben.

Beginn und Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Stadt Krk

Der Fremdenverkehr ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig in der Stadt Krk. Schon im Mittelalter gab es Spure des Fremdenverkehrs, jedoch nicht in der Form, die der heutige Fremdenverkehr hat. Schon Ende des 13. Jh. sieht das lateinische Statut von Krk in seinen Verordnungen Besitz der Weinläden und Weinkeller vorher, während Besitz der Gaststuben den Einwohnern von Krk verboten war. Nur Fremden, die keine Immobilien auf der Insel besaßen, durften Gaststuben besitzen und sie sollten die Kost allen verkaufen, weil sich die Reisenden und Fremden „für ihr Geld“ satt essen sollten. Es handelt sich, also, um eine Form des Gastgewerbes, das nicht nur für die Reisenden und zufällige Gäste bestimmt wurde, sondern auch für alle, die in die Stadt kamen. Der Fremdenverkehr und das Gastgewerbe waren von Anfang an eng verbunden, wie es auch heute der Fall ist. Die wahrscheinlich bekannteste Stadtgaststätte aus dem 18. Jh. ist das Stadtkaffeehaus „Caffetteria“, das unter diesen Namen 1763 erwähnt wurde. 1802 wurde es „Bottega di caffe“ umbenannt. Es wurde 1866 von dem bekannten englischen Reiseschreiber und Architekten Sir Thomas Graham Jackson beschrieben, als er zu Besuch nach Krk kam und die Stadt besichtigte. Er schrieb, dass sich das Kaffeehaus in dem Erdgeschoß des Rathauses auf dem Marktplatz (Vela placa) befand, also, dort wo es sich auch heute befindet. Zu den ersten Versuchen der Fremdenverkehrsaktivitäten in der Stadt zählt man auch die Eröffnung der Stadtbibliothek Nikola Udina Algarotti 1842. Dabei wurde ein Sonderausschuss gegründet, der um ihre Lage kümmerte. Es gab auch Pläne, neben der Bibliothek ein Herbarium und ein Lapidarium zu haben, die interessante Exponate bewahren sollte, um das Interesse der Touristen zu erwecken. Die erste Art des Fremdenverkehrs in der Stadt Krk war der Ausflugsfremdenverkehr, der sich 1884 vorgestellt hat, als 300 mit Musik begleitete Ausflugsgäste aus Senj nach Krk kamen. Sie wurden von den Stadtgastwirten empfangen und mit guter Kost und organisierten Tänzen bewirtet. Die Ankunft der Gäste in die Stadt brachte die Notwendigkeit der Erhaltung und Darstellung der historischen und Kulturdenkmäler heraus. Die allgemeinen Kulturumstände diktierten auch, dass man den Ort planmäßig verschönern sollte. So wurde 1849 ein Ausschuss gegründet, dessen Mitglieder Vertreter der Gemeinde, der Einwohner, der Ortspfarrei und des Bistums waren. Die Aufgabe dieses Ausschusses war es, die historischen Denkmäler und Kirchen einzurichten. Unmittelbar danach beginnt man, verschiedene Tätigkeiten für Verschönerung der Stadt zu organisieren. Das Jahr der Gründung des Vereins „Drušvo za poljepšavanje“ (Verein für Verschönerung) ist unbekannt, aber es kann vermutet werden, dass sein Vorläufer „Casino“, der Verein für Zusammenkunft und Unterhaltung war, der später „Societa d’abbellimento“, d.h. „Društvo za poljepšavanje“ (Verein für Verschönerung) wurde. Es muss sich um 60er Jahre des 19. Jh. gehandelt haben, weil damals der Stadtpark „Der Park des Vereins für Verschönerung“ genannt wurde. Er wurde so genannt, weil die Regeln des Vereins diktierten, dass jedes neue Ehepaar einen neuen Baum in dem Gebiet Marina bei der Küste pflanzen musste. Der Verein gab von 1903 bis 1906 eigene Ansichtskarten mit Stadtmotiven heraus. Das waren die ersten Schritte der Werbung, deren Aufgabe es war, die Gäste nach Krk anzulocken.

In der heutigen Form erscheint der Fremdenverkehr in der Stadt Krk im 20. Jh., als die ersten Hotels und die ersten Seebäder mit Badekabinen errichtet wurden. Die entscheidende Voraussetzung für das Ankommen der Touristen war die Verkehrsinfrastruktur in der Form der Dampfschifflinien zwischen der Insel und dem Festland, der Stadt Rjeka und benachbarten Inseln. Diese Aufgabe übernahm die einheimische Dampfschiffgesellschaft, die 1906 in Punat gegründet wurde. Schon vorher (1857) gab es die Sommerlinie Rijeka-Omišalj-Krk. Nicht weniger wichtig war die Eisenbahn, die 1873 Rijeka mit Zagreb, Ljubljana, Wien und Budapest verbunden hat. Die ersten Stadthotels wurden 1909 gebaut, dank dem tschechischen Unternehmer Jaromir Machaček, dem Professor der Handelsakademie, der in dem Gebiet Dražica drei touristische Objekte bauen ließ. In derselben Bucht gab es ein Seebad zuerst nur für die Hotelgäste und später auch für die Einheimischen. Das erwähnte Seebad Dražica wurde 1910 eingerichtet und damals wurden auch Umkleidekabinen errichtet, wovon die Ansichtskarten aus dieser Zeit zeugen. In der Zwischenkriegszeit gab es in der Stadt Krk nur vier Hotels, was anweist, dass sich das Hotelwesen nicht besonders entwickelt hat. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann man, die touristischen Tätigkeiten zu erneuern. 1953 wird der touristische Verein der Stadt, „Turističko društvo“, gegründet. Neue Hotels werden gebaut und die schon vorher gebauten Objekte werden besonders seit 1966 renoviert oder modernisiert. 1960 wurde auf der Insel der erste Campingplatz, der Campingplatz „Ježevac“, in der unmittelbaren Nähe der Stadt errichtet und in demselben Jahr wurde das Hotelunternehmen Krk „Hotelsko poduzeće Krk“ gegründet, womit zum ersten Mal alle Gastgewebekapazitäten der Stadt in ein Unternehmen integriert wurden. Für die weitere Entwicklung des Fremdenverkehrs auf der Insel Krk waren zwei Ereignisse von großer Bedeutung: die Eröffnung des Flughafens „Rijeka“ bei Omišalj 1970 und als die Brücke „Titov most“ (die Tito Brücke; heute „Krčki most – die Krk Brücke) 1980 in Umlauf gebracht wurde. Heute ist die Stadt Krk, neben Baška, das Hauptzentrum des Fremdenverkehrs geworden, das nicht nur Hotels und andere touristische und Gastwirtschaftsobjekte (wie z.B. Restaurants, Jugendherbergen, Weinkeller, Galerien) zu zeigen hat, sondern den Touristen ermöglicht, seine reiche Kulturgeschichte zu entdecken. In der Stadt finden zahlreiche Veranstaltungen („Krčko kulturno ljeto“ – der Krk Kultursommer, „Lovrečeva“- die Messe von Krk) statt; die Stadt pflegt ihre Parks, Plätze und Straßen – deshalb fand die Stadt mehrmals Anerkennung für die Fremdenverkehrsqualität und wird in die besten Inselfremdenverkehrsorte in der Republik Kroatien eingerechnet.